Das Liebespaar auf der Fraueninsel

Auf der Fraueninsel gibt es ein Grabmal. Es soll daran erinnern, dass vor langer Zeit zwei Menschen - ein junger Mönch und eine Nonne - auf tragische Weise den Tod fanden, weil sie sich über die weltlichen und kirchlichen Gesetze hinwegsetzten, indem sie sich liebten. Hier nun die Geschichte.

 Der junge Mönch Berthold von Herrenwörth hatte mehrmals wegen priesterlicher Angelegenheiten auf Frauenwörth zu tun. Dort erblickte er eines Tages das Antlitz der schönen Nonne Mathilde, die von ihrem Onkel gezwungen worden war in das Kloster auf Frauenwörth einzutreten. Im Schutze der dunklen Nacht setzte nun also Berthold regelmässig in einem Kahn von der Herreninsel zur Fraueninsel über, um seine geliebte Mathilde heimlich zu treffen. Ein Licht, das Mathilde in ihrer Zelle ans Fenster stellte, leitete ihn. Als wieder einmal der Tag gekommen war, an dem die Beiden sich treffen wollten, war der Himmel von schweren Gewitterwolken verdeckt und grelle Blitze kündigten den bevorstehenden Sturm an. Trotz des schlechten Wetters glaubte Berthold das Licht seiner Geliebten zu sehen und beschloß den Kampf mit den peitschenden Wogen aufzunehmen. Doch schon bald musste er erkennen, dass er gegen die aufgebrachten Elemente nichts ausrichten konnte. Mathilde hatte kein Licht in ihrer Zelle angezündet, doch eine düstere Ahnung trieb sie in der stürmischen Nacht auf die Mauern des Klosters. Von dort musste sie mit ansehen, wie ihr Geliebter hilflos dem Sturm ausgesetzt mit dem Boot kenterte und mit letzter Kraft noch "Mathilde" rufen konnte. Von Trauer übermannt verlor Mathilde die Besinnung und sank zu Boden. Wiedererwacht eilte sie sofort an das Ufer des Sees und fand dort den ertrunkenen Berthold. Sie umschlang den Leichnam und wich ebenfalls aus dem Leben. Im Morgengrauen machte die schreckliche Nachricht sofort die Runde und die frommen Frauen eilten gleich zum Strand, um das sündige Paar zu sehen. Der zuständige Abt von Herrenwörth erhielt ebenfalls eine Nachricht. Jedoch verweigerte er eine Beerdigung in geweihtem Boden. Ein alter Klausner aber, dem das Schicksal die Braut geraubt hatte, erbarmte sich und grub den Liebenden in der geweihten Erde des Klosters ein Grab.

Die Schlangenkönigin von Finsterleiten

Vor langer Zeit kam einmal ein Ritter nach Finsterleiten. Da er sehr müde war nach einem langen Ritt ruhte er sich auf einer Wiese im Wald aus und ließ sein Pferd weiden. Da ihm in seiner schweren Eisenrüstung gar warm geworden war wischte er sich mit einem weißen Tüchlein den Schweiß von der Stirn. Müde legte er sich auf den Rasen und schlief ein. Das weiße Tuch war seinen Händen entfallen und hatte sich an einer sonnigen Stelle ausgebreitet. Durch ein Rascheln im Gras wurde der Ritter geweckt und entdeckte an einer sonnigen Leite ein Ringeln und Schleichen. Einige Dutzend Schlangen spielten hier in der Wärme der Sonne. Inmitten der Schlangen entdeckte er eine größere Schlange. Sie schien die Königin der Schlangen zu sein. Gar seltsam kam dem Ritter dieses Bild vor. Noch mehr wurde er aber überrascht, als er auf seinem weißen Tüchlein ein kleines goldenes Krönchen entdeckte. Er betrachtete diesen Schatz neugierig und in ihm erwachte das Verlangen die kleine Krone zu besitzen. Doch kaum hatte er sich der Krone bemächtigt stürzte sich die Schlangenkönigin mit ihrem Gefolge auf den Ritter. Dieser sprang auf sein Pferd und wollte fliehen. Aber schon wickelten sich die Schlangen um die Beine des Pferdes. Wohl versuchte der Ritter die Krone wieder von sich zu werfen. Leider vergebens. Immer mehr Schlangen bedrängten Ross und Reiter. Es gab keine Hilfe mehr. Die Schlangenkönigin hat mit ihren Gefährten den Ritter und sein Pferd getötet. Aber auch die Schlangen flohen von dieser Stätte. Seitdem gibt es in Finsterleiten keine Schlangen mehr.   

 

The lovers on the women island

On the women island there is a mausoleum. It is there to remind that a long time ago two people - a young monk and a nun - died there tragically because they dismissed the worldly and church rules by loving each other. Here the story.

The young monk Berthold from Herrenswörth often worked on Frauenwörth because of priestly matters. There he saw one day the beautiful nun Mathilde who was forced from her uncle to join the monastery Frauenwörth. Under the cloak of darkness Berthold frequently came to the women island to secretly meet his loved Mathilde. She put a candle on her window to guided him. One day there where thunderclouds which predicted with dazzling lightning the approaching storm. Despite of the weather Berthold thought that he saw the light of his loved one and decided to fight against the storm. But soon he had to discern that he had no chance. Mathilde didn't burn a light but a gloomy presentiment got her to go on the walls of the monastery. From there she had to watch how her lover capsized and screamed her name with one's last ounce of strenght. Mathilde passed out because of her sadness. Once awake she hurried to the shore and found her drowned Berthold. She embraced the corpse and died also. In the daybreak the terrible news went around and the religious women hurried to the beach to see that sinful couple. The responsibly abbot from Herrenwörth also got the news but he refused to bury them in holy earth. An old hermit took pity on the couple and finally buried them in the holy earth of the monastery.

The snake queen of Finsterleiten

Long time ago a knight got to Finsterleiten. He was very tired and so he decided to relax on a meadow in the forest and let his horse graze. Because it got very hot in his armor he wiped away the sweat from his forehead with a white cloth. Tired he laid down and felt asleep. The white cloth slipped out of his hand and spread out in the sun. Because of a rustling in the grass he waked up and explored a curling and sneaking. A dozen snakes played in the heat of the sun. In the middle of the snakes he saw a bigger one. She looked like the queen of them. This was strange for the knight. Even more suprised he was when he saw a little crown on top of his white cloth. Inside of him he got that desire that he has to possess this treasure. But once he took hold of it the snake queen with her retinue attacked him. He jumped onto his horese and tried to flee but the snakes already had wrapped themselves around the legs of the horse. the knight tried to throw the crown away but he couldn't. More and more snakes attacked him and his horse. There was no help and so the snake queen and her retinue killed them. But the snakes flee from there as well. And since then there are no snakes in Finsterleiten.

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