Die Krautinsel im Chiemsee

Der Grund, warum auf der kleinen Insel zwischen Herren- und Fraueninsel gelegen, nur wildes Kraut und Gestrüpp wächst, berichtet folgende Sage.

Auf den beiden Inseln im Chiemsee befinden sich die Klöster Herren- und Frauenwörth. Dazwischen liegt die kleine Krautinsel, auf der sich die Mönche und Nonnen seinerzeit trafen, um sich ungestört der Liebe hingeben zu können. Als Strafe für diese Sünde ist die Krautinsel also unfruchtbar und die unseligen Mönche und Nonnen, die das Gelübte der Keuschheit gebrochen hatten, sind für alle Zeiten auf den Seegrund verbannt worden. Wenn sich heute die Wellen des Chiemsees aufgrund eines bevorstehenden Sturms drohend bewegen, hört man dann und wann noch einen Fischer leise fluchen, weil er glaubt, dass die Gebannten wieder einmal ihr Unwesen treiben und deshalb der See stürmisch wird.

Die versunkene Stadt im Chiemsee

An nebligen Tagen mag es vorkommen dass man vom Chiemsee her eine Glocke tönen hört und diese Töne seltsam klingen. Auch die Richtung, woher die Töne kommen, kann man nicht so leicht bestimmen. Da sagt man: "Es läuten die Glocken der untergegangen Stadt". Vor vielen vielen Jahren waren die Fraueninsel, die Krautinsel und die Herreninsel mit dem Festland verbunden. Üppiges Gras wuchs auf den Wiesen. Darauf weideten fette Kühe. Die Bewohner wurden unermesslich reich. Und das machte sie übermütig. Sie vergaßen Gott. Auch an den Sonntagen trieben sie zur Kirchenzeit und der Messe ihr Vieh auf die Weiden. Der Priester predigte vor leeren Kirchenbänken. Draußen spotteten die Hirten. Auch während der Wandlung trieben sie ihre Späße. Da kam die Strafe Gottes. Hirten, Herden, Häuser und die Kirche versanken im Chiemsee und mit ihnen das schöne Land. Nur das Land der Klosterfrauen und der Mönche blieb verschont und es entstanden die Chiemsee-Inseln. Einsam mahnt nun heute noch die Glocke der versunkenen Kirche an Frömmigkeit und Gottesfurcht aus der Tiefe des Sees. 

 

The "Krautinsel" in the Chiemsee

The reason why there are no wild herbs or undergrowth on the little island between the Men- and Women island this legend tells us.

On the both islands in the Chiemsee there are the monasteries Herren- and Frauenwörth. Between there is the little "Krautinsel" where the monks and nuns met in the past to love each other secretly. As a punishment for this sin the "Krautinsel" is infertile and the ill-fated monks and nuns are exiled to the ground of the sea forever. If nowadays the waves on the Chiemsee are moving impending sometimes you can hear a fisher who curses silently because he thinks it's because of the accursed which walk abroad.

The sunken town in the Chiemsee

On foggy days it is possible that you can hear a bell out of the direction from the Chiemsee and that it sounds curious. Also the exact direction from where the sound is coming you can't say sure. Then the people say:" The bells of the sunken towns are ringing." Many years ago the women island, the "Krautinsel" and the men island were associated to the mainland. Sumptuous grass was growing on the meadows. On that thick cows were grazing. The inhabitants were incredible rich. And that was what made them high-spirited and so they forgot god. Even on Sundays while church time and mass they drove out the cattle. So they got the punishment of god and the herdsmen, herds, houses and the church sank into the Chiemsee. Only the land of the monks and the nuns escaped and so the Chiemsee islands were originated. Lonesome the bell of the sunken town reminds us to devoutness and fear of God.

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